St. Georg

Geschichte zu St. Georg

Die Geschichte von St. Georg beginnt bereits im 12. Jahrhundert.

 

Damals lag die Kirche noch außerhalb der Stadtmauern Augsburgs und wurde deshalb in den Urkunden als „St. Jörgen außerhalb der Mauer“ bezeichnet. Bereits im Jahr 1135 legte Bischof Walter den Grundstein für eine neue romanische Kirche, die wenige Jahre später geweiht wurde.

 

Zur gleichen Zeit entstand hier ein Augustiner-Chorherrenstift. Die Chorherren lebten nach der Regel des heiligen Augustinus. Anders als Mönche waren sie jedoch nicht ausschließlich auf das klösterliche Leben beschränkt. Sie verbanden gemeinsames Gebet und klösterliche Lebensform mit der Seelsorge für die Menschen. Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam gehörten ebenso zu ihrem Leben wie die Sorge um die Pfarrei.

 

Schon 1183 wurde St. Georg als eigene Pfarrei von der Augsburger Dompfarrei abgegrenzt. Als Augsburg Anfang des 14. Jahrhunderts seine Stadtmauern erweiterte, wurde auch St. Georg innerhalb der Stadtbefestigung aufgenommen.

 

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Chorherrenstift zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum. Besonders im ausgehenden 15. Jahrhundert erlebte es unter Propst Lorenz Felmann eine große Blüte. In diese Zeit fällt auch der Neubau der heutigen spätgotischen Kirche.

 

Eng mit St. Georg verbunden ist die Augsburger Patrizierfamilie Herwart. Sie wählte diese Kirche zu ihrer Grablege und ließ 1506 die bis heute erhaltene Herwart-Kapelle errichten – eines der schönsten Beispiele spätgotischer Baukunst in Augsburg.

 

Die Reformationszeit brachte auch für St. Georg schwere Umbrüche. Zeitweise mussten sich katholische und evangelische Christen die Kirche teilen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Chorherrenstift schwer verwüstet. Die Kirche selbst blieb jedoch erhalten und konnte später erneut zu einem geistlichen Mittelpunkt werden.

 

Mit der Säkularisation des Jahres 1802 endete nach fast sieben Jahrhunderten die Geschichte des Augustiner-Chorherrenstifts. Die Klostergebäude gingen in staatlichen Besitz über und wurden viele Jahrzehnte als Militärhospital genutzt.

 

Die Pfarrei aber blieb bestehen. Seit 1810 wird sie von Weltpriestern geleitet.

 

Unter den Pfarrern verdienen zwei Namen besondere Erwähnung.

 

Zum einen Pfarrer Albert Höfer, der im 19. Jahrhundert nicht nur Seelsorger war, sondern auch Abgeordneter im Bayerischen Landtag. Aus seiner Feder stammen mehrere Kirchenlieder, die bis heute im Gottesdienst gesungen werden.

 

Zum anderen begegnet uns hier ein Name, den fast jeder kennt: Sebastian Kneipp. Der spätere „Wasserdoktor“ war in den Jahren 1854 und 1855 als dritter Kaplan in St. Georg tätig. Eine Gedenktafel am Pfarrhaus erinnert noch heute an diese Zeit.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelang es schließlich Pfarrer Dr. Anton Koch, die ehemaligen Stiftsgebäude wieder für die Pfarrei zurückzuerwerben. Damit kehrte ein wichtiger Teil der ursprünglichen Anlage wieder in kirchlichen Besitz zurück.

 

So verbindet sich die Geschichte von St. Georg über fast neun Jahrhunderte hinweg mit der Geschichte Augsburgs selbst: Sie erzählt von Glauben, Bildung, Seelsorge und vom beständigen Bemühen jeder Generation, dieses Gotteshaus zu bewahren und mit Leben zu erfüllen.